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Das LOFO-Verfahren steht für „Lowest In First Out“ und beschreibt eine spezielle Methode der Lagerverwaltung und Bestandsbewertung. Bei diesem Ansatz werden Waren nach ihrem Einkaufspreis kategorisiert und systematisch verwaltet. Die günstigsten Artikel verlassen das Lager zuerst, während teurere Produkte länger eingelagert bleiben.
Dieses Bewertungsvereinfachungsverfahren fasst gleichartige Vermögensgegenstände zu Gruppen zusammen. Unternehmen können dadurch komplexe Lagerbestände übersichtlicher verwalten. Das Lowest In First Out System unterscheidet sich grundlegend von zeitbasierten Lagermethoden, da ausschließlich Preiskategorien die Reihenfolge bestimmen.
Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Verfahren: Während FIFO nach Einlagerungszeit und LIFO nach umgekehrter zeitlicher Reihenfolge funktioniert, orientiert sich LOFO ausschließlich an Kostenfaktoren. Diese Besonderheit macht das Verfahren für spezielle Anwendungsbereiche interessant, bringt aber auch rechtliche Einschränkungen mit sich.
Die praktische Umsetzung von Lowest In First Out erfordert eine systematische Herangehensweise. Zunächst erfassen Lagermitarbeiter alle eingehenden Waren mit ihren jeweiligen Einkaufspreisen. Diese Informationen bilden die Grundlage für die spätere Sortierung und Auslagerung. Artikel mit identischen Eigenschaften werden zu Gruppen zusammengefasst, unabhängig von ihrem Einlagerungszeitpunkt.
Bei der Auslagerung greift das LOFO-Prinzip: Mitarbeiter entnehmen zuerst die Artikel mit den niedrigsten Beschaffungskosten. Diese Vorgehensweise führt dazu, dass im Lager sukzessive nur noch höherwertige Bestände verbleiben. Das System erfordert kontinuierliche Überwachung und Dokumentation aller Preisbewegungen.
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Technische Hilfsmittel wie Lagerverwaltungssysteme unterstützen diese Prozesse erheblich. Sie automatisieren die Preiserfassung und erstellen entsprechende Auslagerungsreihenfolgen. Dennoch bleibt der administrative Aufwand beträchtlich, da jede Preisänderung eine Neuorganisation der Lagerstrukturen nach sich ziehen kann.
LOFO eignet sich besonders für Unternehmen mit stark schwankenden Einkaufspreisen bei gleichartigen Produkten. Rohstoffhändler oder Industriebetriebe mit volatilen Materialkosten profitieren von dieser Methode. Das Verfahren macht vor allem dann Sinn, wenn regelmäßige Lieferungen derselben Waren zu unterschiedlichen Konditionen eingehen.
Qualitätsstabile Güter sind Voraussetzung für die erfolgreiche LOFO-Anwendung. Verderbliche oder zeitkritische Produkte eignen sich nicht, da ihre Haltbarkeit wichtiger ist als ihr Preis. Metallwaren, chemische Grundstoffe oder standardisierte Bauteile erfüllen diese Anforderungen hingegen optimal.
Sicherheitslager nutzen das Lowest In First Out System gelegentlich zur Kostenoptimierung. Hier steht nicht die schnelle Umschlagshäufigkeit im Vordergrund, sondern die langfristige Bestandsplanung. Unternehmen können dadurch ihre internen Kalkulationen präziser gestalten und Kostenschwankungen besser abfedern. Beachten Sie jedoch, dass rechtliche Beschränkungen die externe Anwendung limitieren.
Das LOFO-Verfahren unterliegt erheblichen rechtlichen Einschränkungen. Handelsrechtlich ist die Anwendung für offizielle Bilanzen grundsätzlich unzulässig. Diese Beschränkung resultiert aus dem Verstoß gegen das Niederstwertprinzip, das eine vorsichtige Bewertung von Vermögensgegenständen vorschreibt. Steuerrechtlich gelten identische Verbote.
Ausschließlich in der internen Kostenrechnung dürfen Unternehmen Lowest In First Out einsetzen. Hier unterstützt das Verfahren Kalkulationen und Planungsrechnungen, ohne externe Bilanzierungsvorschriften zu verletzen. Controller nutzen LOFO-Daten für Entscheidungsgrundlagen und Wirtschaftlichkeitsanalysen.
Die rechtlichen Hintergründe sind nachvollziehbar: LOFO führt zu einer Überbewertung der Lagerbestände, da nur teure Artikel im Bestand verbleiben. Diese Darstellung entspricht nicht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und könnte Investoren irreführen. Prüfen Sie daher stets die Verwendung ausschließlich für interne Zwecke, bevor Sie das System implementieren.
Die Gruppierung gleichartiger Güter vereinfacht komplexe Lagerstrukturen erheblich. Mitarbeiter müssen nicht jedes Einzelteil separat erfassen und verwalten. Diese Effizienzsteigerung reduziert den Zeitaufwand für Inventuren und Bestandskontrollen merklich. Besonders bei Kleinteilen oder standardisierten Komponenten zeigt sich dieser Vorteil deutlich.
LOFO führt rechnerisch zu höheren Lagerbestandswerten, da teurere Artikel länger im System verbleiben. Für interne Bewertungen kann dies vorteilhaft sein, wenn Unternehmen ihre Vermögenslage optimistischer darstellen möchten. Diese höhere Bewertung spiegelt sich in Kostenrechnungen und Planungsmodellen wider.
Planungssicherheit entsteht durch die systematische Kostenerfassung. Controlling-Abteilungen erhalten präzisere Datengrundlagen für ihre Analysen. Das Lowest In First Out Verfahren ermöglicht genauere Prognosen über zukünftige Materialkosten und deren Entwicklung. Nutzen Sie diese Informationen für strategische Entscheidungen in der Beschaffung.
Der administrative Aufwand stellt den größten Nachteil dar. Lagerpersonal muss kontinuierlich Preise erfassen, sortieren und dokumentieren. Jede Lieferung erfordert eine Neuorganisation der Lagerstruktur nach Kostenkategorien. Diese Prozesse binden erhebliche Personalressourcen und erhöhen die Betriebskosten spürbar.
Rechtliche Einschränkungen limitieren die praktische Anwendung drastisch. Da LOFO nur für interne Zwecke zulässig ist, müssen Unternehmen parallel andere Bewertungsverfahren für ihre offiziellen Bilanzen führen. Dieser Doppelaufwand rechtfertigt sich selten durch die gewonnenen Erkenntnisse.
Praktische Herausforderungen ergeben sich durch die ständigen Umlagerungen. Mitarbeiter müssen Waren physisch nach Preiskategorien sortieren und umräumen. Bei großen Lagervolumen oder häufigen Preisänderungen wird dieses System schnell unwirtschaftlich. Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen das Lowest In First Out Verfahren.
HIFO (Highest In First Out) bildet das direkte Gegenstück zu LOFO. Hierbei verlassen die teuersten Artikel zuerst das Lager, während günstige Waren länger eingelagert bleiben. Dieses Verfahren unterliegt denselben rechtlichen Beschränkungen wie Lowest In First Out, wird aber häufiger in der Praxis eingesetzt, da es wirtschaftlich sinnvoller erscheint.
FIFO (First In First Out) orientiert sich an Einlagerungszeiten statt an Preisen. Die zuerst eingelagerten Güter verlassen auch zuerst das Lager. Diese Methode ist handelsrechtlich zulässig und wird besonders bei verderblichen Waren angewendet. LIFO (Last In First Out) funktioniert umgekehrt und bevorzugt kürzlich eingelagerte Artikel.
FEFO (First Expired First Out) berücksichtigt Verfallsdaten und eignet sich optimal für Lebensmittel oder Medikamente. Jedes Verfahren hat spezielle Anwendungsbereiche und rechtliche Rahmenbedingungen. Wählen Sie das System, das am besten zu Ihren Produkten, Prozessen und rechtlichen Anforderungen passt. Eine Kombination verschiedener Methoden für unterschiedliche Produktgruppen ist oft die praktikabelste Lösung.
Das LOFO-Verfahren stellt ein spezialisiertes Instrument der internen Kostenrechnung dar. Seine Anwendung bleibt auf wenige Spezialfälle beschränkt, in denen schwankende Einkaufspreise bei gleichartigen Gütern eine Rolle spielen. Die rechtlichen Einschränkungen limitieren den praktischen Nutzen erheblich.
Für die meisten Unternehmen bieten etablierte Verfahren wie FIFO oder durchschnittliche Einstandspreise bessere Alternativen. Diese sind rechtlich unbedenklich und administrativ weniger aufwendig. Lowest In First Out sollten Sie nur dann in Betracht ziehen, wenn spezielle interne Kalkulationsanforderungen dies rechtfertigen.
Moderne Lagerverwaltungssysteme können LOFO technisch problemlos abbilden. Die Entscheidung für oder gegen dieses Verfahren sollte jedoch primär auf betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Überlegungen basieren. Lassen Sie sich von Fachexperten beraten, bevor Sie grundlegende Änderungen an Ihren Bewertungsverfahren vornehmen.